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Herbert Achternbusch

geboren am 23. November 1938 in München

Herbert Achternbusch wurde als avantgardistischer Filmemacher, Schriftsteller und Maler durch seine Werke, aber auch durch die Skandale um dieselben bekannt.
Als Auszeichnungen der Stadt München erhielt er 1975 die Ludwig-Thoma-Medaille, 1989 den Tukan-Preis und 1992 den Filmpreis der Stadt. Die Monacensia zeigte 2007 und 2008 in einer Ausstellung mit dem Titel "Das Ich ist ein wildes Tier - Der Universalkünstler Herbert Achternbusch" den 2005 erworbenen Vorlass Achternbuschs in Form von Originaltyposkripten, Skizzen, illustrierten Briefen und Aquarellen.

„Wenigstens der studierte Barbar Achternbusch zeigt, daß Literatur auch noch was anderes sein kann als Auslegeware für das Ingeborg-Bachmann-Wettlesen in Klagenfurt, daß sie anstrengend ist und lustig, verantwortungslos und irgendwie nicht von dieser Welt.“ (Willi Winkler)

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Anton Baumgartner

geboren 4. September 1761 in München
gestorben 30. März 1831 in München

Anton Baumgartner wurde als lizenzierter Jurist 1798 als Polizeikommissär nach München berufen und stieg 1799 zum staatlichen Polizeidirektor auf. Er organisierte die Münchner Polizei neu und war für die öffentliche Ordnung während der Zeit der Säkularisation zuständig. 1801 ließ er nach einer Anregung des Grafen Rumford Kontrolluhren anfertigen, die die Pflichtgänge der Ortspolizei protokollierten. 1805 wurde er wegen Unregelmäßigkeiten bei der Erteilung von Gewerbekonzessionen des Amtes enthoben, 1809 wegen seiner herausragenden Orts- und Rechtskenntnis als Baurat bei der neu eingerichteten staatlichen Baukommission wieder eingesetzt.
Neben seiner administrativen Tätigkeit verfaßte Baumgartner  orts- und heimatgeschichtliche Abhandlungen, unter andem über Bräuche und Ereignisse in München.
Er erhielt 1825 die Goldene Bürgermedaille der Landeshauptstadt München

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Georg Britting

geboren 17. Februar 1891 in Regensburg
gestorben 27. April 1964 in München

Georg Britting schrieb als freier Schriftsteller Romane, Dramen, Gedichte und Erzählungen. Britting stellte sich nicht in eine offene Opposition zum Nationalsozialismus, publizierte in einer Zeitschrift namens „Das innere Reich“ und flüchtete sich in eine unpolitische Haltung.

Er erhielt 1935 den Dichterpreis der Stadt München und wurde 2000 in die Bayerische Ruhmeshalle aufgenommen. Die Georg-Britting-Stiftung in Höhenmoos pflegt sein literarisches Andenken.

„Georg Brittings Gedichte, die aus einer persönlichen, eigenwilligen und männlichen Scheu entsprungen sind, ragen aus der Flut der heutigen Lyrik sehr sichtbar hervor, denn sie haben ein ganz bestimmtes, markantes Gesicht.“ (Gottfried Kölwel)

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Max Bronski

Geboren 1964

Max Bronski ist das Pseudonym eines Münchner Kriminalschriftstellers, der nach eigenen Angaben  im Schlachthofviertel lebt und mangels Auslandserfahrung seine Inspiration aus der Stadt selbst zieht, in der seine Romane spielen.

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Fini Busch

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Caren

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Ernst von Destouches

Geboren 4. Januar 1843 in München
Gestorben 24. April 1916 in München

Ernst von Destouches, Sohn des Stadtarchivars Ulrich von Destouches studierte Rechtswissenschaften in München und übernahm 1863 nach dem Tod des Vaters im Alter von 19 Jahren das Stadtarchiv und die Fortsetzung der Münchner Stadtchronik. 1876 wurde er zum Sekretär im Geheimen Haus-Staatsarchiv, 1873 zum königlichen Rat ernannt.
Destouches gründete das Städtische Historische Museum München, das heutige Stadtmuseum, wo er auch als Konservator tätig war. Zur Münchner Stadtgeschichte veröffentlichte er zahlreiche Schriften, unter anderem die 'Säkularchronik des Münchner Oktoberfestes 1810 – 1910'.

„Destouches brachte - wie übrigens alle Chronisten - in seiner mehr als fünf Jahrzehnte dauernden Amtszeit seine eigene 'Handschrift' und seine subjektive Wahrnehmung des Zeitgeschehens bei der Chronikniederschrift ein. Die Chronik vermittelt somit nicht nur 'objektiv' stadthistorische Ereignisse, sondern auch zahlreiche stimmungsvolle München-Eindrücke aus der Perspektive des jeweiligen zeitgenössischen Beobachters. Die von Destouches mit ungeheurem Fleiß zusammengetragene Beilagensammlung stellt eine stadtgeschichtliche Quelle von außergewöhnlichem Rang dar.“ (Stadtarchiv München)

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Michl Ehbauer

Geboren 27. August 1899 in Amberg
Gestorben 1. Dezember 1964 in München

Michl Ehbauer trat ab 1922 zunächst nebenberuflich bei geselligen Veranstaltungen als Mundartdichter auf und wurde 1938 von der Narrhalla zum Münchner Faschingsprinzen "Michl I. von Narrhallesien" gewählt. Gemeinsam mit Weiß Ferdl trat er auf der Bühne des Platzl auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er Sprecher und Moderator im Bayerischen Rundfunk.
Die „Bairische Weltgschicht“ in drei Bänden ist neben der Biographie über den Münchner Oberbürgermeister Thomas Wimmer sein bekanntestes Werk.

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Ernst Fischer

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Rolf Flügel

Geboren 22. Januar 1897 in München
Gestorben 6. März 1982 in München

Rolf Flügel war freier Schriftsteller und Redakteur beim Münchner Merkur. Er erhielt 1964 den Schwabinger Kunstpreis in der Sparte Literatur und 1977 den Ernst-Hoferichter-Preis. Flügel wurde von Armin Eichholz als „homo scribens monacensis“ bezeichnet und von Peter Paul Althaus zu seinem Nachfolger als Bürgermeister der „Traumstadt“ Schwabing bestimmt.

Sein Nachlaß befindet sich in der Monacensia.

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Ludwig Albert Baron von Gaisberg

Geboren 19. August 1794 in Ludwigsburg

Ludwig Albert Benjamin Baron von Gaisberg war ein württembergischer Offizier, den eine seiner zahlreichen Reisen 1835 nach München führte. Er schilderte seine Eindrücke vom ersten Jubiläums-Oktoberfest in Berichten, die einen Teil seiner von der Familie gesammelten Reiseerinnerungen darstellen. Dieser Bericht wurde 1979 von Paul Ernst Rattelmüller herausgegeben.
Sterbeort und -datum Gaisbergs sind nicht überliefert.

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Wolfgang Görl

Geboren 19. Dezember 1954 in München

Wolfgang Görl studierte Philosophie und Germanistik an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität. Von 1984 bis 1997 arbeitete er als Redakteur des Starnberger Lokalteils der SZ. Seit 1997 ist er als Reporter für den Münchner Lokalteil der Zeitung, für die „Seite 3“ und andere Ressorts sowie als Streiflicht-Autor tätig. Görl ist zweiter stellvertretender Vorsitzender der Oskar-Maria-Graf-Gesellschaft.

„Der Journalist Wolfgang Görl hat sich auf die Suche nach dem Münchner Urgestein gemacht und es gefunden. Sein Buch "Der Prinzregent, die Schöne und das Bier. Münchner Umtriebe" ist eine echte Raritätensammlung und eine Fundgrube für alle, die sich für das München jenseits der Klischees interessieren. Görl setzt sich an die Stammtische im Hofbräuhaus, feiert Fasching mit den Underdogs in einer Giesinger Kneipe, besucht die Wittelsbacher in ihren Grüften und beobachtet die Schäffler bei den Proben“ (FAZ)

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Oskar Maria Graf

geboren 22. Juli 1894 in Berg
gestorben 28. Juni 1967 in New York

Oskar Maria Graf kam 1911 nach München und begann dort sein Künstlerleben. Seine Beteiligung am Munitionsarbeiterstreik und der bayerischen Räterepublik führte zu Verhaftungen. 1933 ging er nach Wien ins freiwillige Exil.

In einer eigens für ihn angesetzten Bücherverbrennung im Innenhof der Münchner Universität wurden seine Bücher nachträglich verbrannt und Graf wurde am 24. März 1934 ausgebürgert. New York wurde seine neue Heimat und er erhielt 1957 die US-amerikanische Staatsbürgerschaft.

Er erhielt 1964 die Ehrengabe und Goldmedaille der Stadt München. Ein Jahr nach seinem Tod wurde Grafs Urne zur Beisetzung auf dem Bogenhausener Friedhof nach München überführt.

Durch jede, noch die schlichteste Erzählung, geht ein großer Luftzug. Wir machen uns selten einen Begriff davon, wie viel Freiheit dazu gehört, die kleinste Geschichte zum besten zu geben... Sie sind weniger Behältnisse einer Moral, die ihnen jeder Leser entnehmen könnte, als bittend vorgestreckte Hände, denen man, vorübergehend, schamhaft den ‚Sinn’ wie einen Bettlerpfennig zustecken möchte." (Walter Benjamin)

Ein verjagter Dichter, einer der besten." (Bertolt Brecht)

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Dieter Hanitzsch

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Hugo Hartung

Geboren 17. September 1902 in Netschkau im Vogtland
Gestorben 2. Mai 1972 in München

Hugo Hartung studierte in München bei Arthur Kutscher. Nach der Promotion zum Dr. Phil. War er drei Jahre lang als Schauspieler an der Bayerischen Landesbühne engagiert. Bis zum 1936 über ihm verhängten Schreibverbot arbeitete er für den Simpilicissimus und den Rundfunk, danach arbeitete er als  Chefdramaturg am Staatstheater Oldenburg und den Städtischen Bühnen Breslau. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs lebte er zunächst in Westberlin, wo er 1956 an die Akademie der Künste berufen wurde. 1960 zog er wieder nach München. Seine Romane 'Ich denke oft an Piroschka' und 'Wir Wunderkinder' sowie deren Verfilmungen waren internationale Erfolge. 1969 wurde er mit dem Eichendorff-Literatur-Preis ausgezeichnet.

Es findet sich bei Hartung manchen Anklang an Jean Paul; man könnte ihn einen gekürzten, modernen, gestrafften Jean Paul nennen. Auch ein Schuß Heine ist hie und da spürbar, und es finden sich Formulierungen und Einfälle, die von Tucholsky stammen könnten. Aber solche vergleiche sagen nichts Entscheidendesn – Hartung ist offenbar ganz eigenwillig und aus einem
Guß. Ich würde sagen er ist auf seltsam gutmütige Art unerbittlich."
(Axel Eggebrecht) 

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Friedrich Hebbel

Geboren 18. März 1813 in Wesselburen
Gestorben 13. Dezember 1863 in Wien

Friedrich Hebbel kam am 29. September 1836 in München an und nahm bei der Revisorin Rüerl in der Maxvorstadt, Sommerstraße 3 Logis. Bis zum Frühjahr 1839 lebte er in München von einem Hamburger Stipendium und der Unterstützung seiner Freundin Elise Lensing. Er hatte kaum Kontakt zur Münchner Kulturszene, jedoch verfaßte er in dieser Zeit 1166 Tagebucheintragungen, die seine Auseinandersetzung mit den Erlebnissen in der Stadt bezeugen. Am 27. Oktober 1836 erschien im "Morgenblatt" der erste Münchner Brief, der das Oktoberfest behandelt.

„Er sei, schrieb man gelegentlich, der Aufgabe, die er sich gestellt hatte, wohl als Denker gewachsen gewesen, doch nicht als Dichter. Die Probleme seien für ihn ungleich interessanter und wichtiger als das Leben selber. Doch was immer man ihm vorwarf, man sah in ihm einen Klassiker und rühmte ihn sogar als größten deutschen Tragiker des neunzehnten Jahrhunderts. Sicher ist, daß er, zumal als Dramatiker, eine Übergangsfigur war: ein Nachfahre des deutschen Idealismus und dank seiner eigenwilligen und scharfsinnigen Psychologie ein Vorläufer des modernen Dramas, zumal des skandinavischen.“ (Marcel Reich-Ranicki)

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Ernst Heimeran

Geboren 19. Juni 1902 in Helmbrechts
Gestorben 31. Mai 1955 in Starnberg

Ernst Heimeran studierte Kunstgeschichte und Philologie in München und Erlangen. Als Journalist arbeitete er für die Münchner Neuesten Nachrichten und baute ab 1922 in  einer Schwabinger Villa den Heimeran-Verlag auf. Seit 1934 publizierte er dort die Werke antiker Autoren in  zweisprachigen Ausgaben, die sogenannten Tusculum-Bücher, veröffentlichte aber auch moderne Stoffe. Ernst Heimeran war Mitglied des deutschen PEN- Zentrums. 

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Alois Hönle

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Ernst Hoferichter

Geboren 19. Januar 1895 in München
Gestorben 3. November 1966

Ernst Hoferichter gilt als Dichter und Chronist des alten München und des modernen Schwabing. Er arbeitete für die Jugend und den Simplizissimus, 1922 erschienen die ersten literarischen Arbeiten in den Münchner Neuesten Nachrichten. Zwischen 1933 und 1945 stand er auf der Schwarzen Liste der Reichsschrifttumskammer. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er Feuilletonmitarbeiter der "Neuen Zeitung".
Hoferichter erhielt unter vielen anderen Auszeichnungen den Schwabinger Kunstpreis, den Poetentaler der Münchner Turmschreiber und zum 70. Geburtstag die Medaille „München leuchtet“.
Seine Witwe Franzi Hoferichter setzte die Stadt München als Erben ein und stiftete ihr Vermögen für den Ernst-Hoferichter-Preis, der jährlich an ein oder zwei Schriftsteller, für die die Stadt eine zentrale Rolle spielt, vergeben wird.

„Jahrzehnte später entschädigte sich Ernst für diese Entbehrungen, indem er Menschenfresser und Tiger in ihrer tropischen Heimat besuchte und indem er sich – nochmals viel später, als alter Mann – regelmäßig zur Adventszeit vom Konditor hinter der Feldherrnhalle aus Lebkuchen und Marzipan die Schießbude, die Karussellorgel, den Schichtl und anderen Wiesnzauber nachbauen ließ. Von diesen zuckersüßen Miniaturkulissen seiner Kinderträume konnte er sich erst im Frühjahr trennen, wenn sie restlos ausgetrocknet waren. Dann erst wurden die Lebkuchenwände und Marzipanfiguren auf die Kinder der Freunde, die er alle "Schwager" nannte, verteilt. Die große Fassade vom Schichtl mußte ich einmal mit einem Stuhlbein zertrümmern und die nächsten Tage beim Frühstück im Kakao aufweichen.“ (Christian Ude)

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Ludwig Hollweck

Geboren 26. Juli 1915 in München
Gestorben 5. April 1990 in München

Ludwig Hollweck war nach seinem Abitur Kanzleidienstanwärter bei der Münchner Stadtbibliothek. 1954 wurde er durch den Gründer der Monacensia, Hans Ludwig Held, zu deren Leiter berufen. Sein großes Wissen zur Geschichte Münchens spiegelt sich in zahlreichen Publikationen vom Jahr 1967 an bis zu seinem Tod wider. 1977 erhielt Hollweck den Poetentaler der Münchner Turmschreiber, deren Mitglied er war.

Die Monacensia besitzt Hollwecks Nachlaß.

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Ödön von Horváth

Geboren 09. Dezember 1901 in Susak bei Fiume
Gestorben 01. Juni 1938 in Paris

Ödön von Horváths Familie zog 1909 nach München, wo er von 1919 bis 1922 studierte. Er begann im Jahr 1920 mit der Schriftstellerei, ab 1922 wurden Texte Horváths gedruckt und aufgeführt. 1934 versuchte er, trotz ablehnender Haltung zum Nationalsozialismus, dem Reichsverband deutscher Schriftsteller beizutreten, damit seine Stücke weiter gespielt werden konnten, was ihm jedoch nicht gelang. Nach dem Anschluß Österreichs an Deutschland im März 1938 reiste Horváth nach Budapest, Fiume und Paris, wo er auf den Champs-Élysées von einem herabfallenden Ast erschlagen wurde.

„Der Ungar Horváth war ein verspielter und verschlampter deutscher Dichter, ein Schlawiner mit Phantasie, dessen Persönlichkeit dem preußischen Klischeebild vom typischen Österreicher entsprach. Alle seine Stücke entstanden sehr schnell, gleichwohl schrieb er einige Meisterwerke, so unter anderem die Geschichten aus dem Wiener Wald sowie Kasimir und Karoline. Sie verdienen ihre Gattungsbezeichnung »Volksstück« vollauf, da sie mit volkstümlichen Kunstmitteln die Fragwürdigkeit des Volkstümlichen augenscheinlich machen und mit der Sprache des Volkes das Volk dekuvrieren. Mit der Sensibilität des Außenseiters entdeckte und fixierte er die vor allem für die Kleinbürger der zwanziger Jahre charakteristische Mischung aus mundartlich geprägtem Alltagsdeutsch und einem mit prätentiösen Wendungen gespickten Bildungsjargon.“ (Marcel Reich-Ranicki)

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Jörg Hube

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Bruno Jonas

Geboren 3. Dezember 1952 in Passau

Bruno Jonas studierte Philosophie, Politologie, Germanistik und Theaterwissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 1976 wirkte er in München beim Kabarett Rationaltheater, von 1981 bis 1984 bei der Lach-und Schießgesellschaft mit. Bei der Starkbierprobe auf dem Nockerberg übernahm Jonas von 2004 bis 2007 die Rolle des Fastenpredigers Bruder Barnabas. Im Juli 2010 veröffentlichte Jonas seine 'Gebrauchsanweisung für das Münchner Oktoberfest'.
1988 wurde Jonas von der Stadt München mit der Luwig-Thoma-Medaille ausgezeichnet, 1990 erhielt er den Ernst-Hoferichter-Preis.

„Sein kabarettistischer Hinwurf kommt nicht aus den Verwandlungen, nicht aus der Körperverve des Parodistischen, und auch der Wortwitz ist bei Jonas nicht präzis anvisierte geschliffene Pointe, sondern die mäandernde, immer etwas verdutzt stockende Annäherung an eine gedankliche Konsequenz; er verfertigt, was er sagen will, aus dem, was er gerade gesagt hat; geschickt baut er Fährten, die wie Zufallsfunde wirken." (Neues Deutschland)

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Erich Kästner

geboren 23.Februar 1899 in Dresden
gestorben 29. Juli 1974 in München

Erich Kästner wurde 1929 mit seinem Roman „Emil und die Detektive“ bekannt. In der Zeit des Nationalsozialismus erhielt er immer weitgehendere Publikationsverbote, die sich zuletzt sogar auf Veröffentlichungen im Ausland erstreckten. Im Oktober 1945 wurde er Feuilleton-Redakteur der neu gegründeten „Neuen Zeitung“ in München. Er wird von der Stadt München 1955 mit dem
Kunstpreis, 1956 dem Literaturpreis, 1970 dem Kulturellen Ehrenpreis und 1974 der Goldenen Ehrenmünze ausgezeichnet.

„Er war ein Satiriker mit Herz, ein Kinderfreund, der nie kindisch wurde, ein verzweifelter Optimist, der nie zu lachen vergaß, ein Spötter mit Sentiment, einer der klügsten Sprecher unseres Jahrhunderts, ein legitimer Sohn des Jahrhunderts und ein Bastard, aber ohne den Närrischkeiten und Fehltritten der Epoche nachzugeben.” (Hermann Kesten)

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Heinar Kipphardt

Geboren 08. März 1922 in Heidersdorf in Schlesien
Gestorben 18. November 1982 in München

Heinar Kipphardt schrieb neben Drehbüchern, Gedichten und Romanen dokumentarische Schauspiele wie „In Der Sache J. Robert Oppenheimer“, „Joel Brand“ und „Bruder Eichmann“. Er nahm in diesen Stücken eine dezidiert politische und sozialkritische Haltung ein. Kipphardt war 1970-1971 Chefdramaturg an den Münchener Kammerspielen. Die 2008 gegründete Heinar-Kippphardt-Gesellschaft hat es sich zur Aufgabe gemacht, durch Veranstaltungen das literarische Werk Kipphardts in Erinnerung zu halten.

„Kipphardt war einer, der die Aufarbeitung anging: mit sozialer und psychischer Analyse seiner Figuren, die er anhand authentischen Materials nachzeichnete, versuchte er, Unrecht und Verbrechen zu dokumentieren.“ (Annette Walz)

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Hans Hellmut Kirst

Geboren 5. Dezember 1914 in Osterode
Gestorben 23. Februar 1989 in Werdum

Kirst zog 1947 nach München und arbeitete bis 1972 beim Münchner Mittag (Münchner Merkur), danach bis 1975 bei der Münchner Abendzeitung. Seine Romane „08/15“, „Fabrik der Offiziere“ und „Nacht der Generäle“ werden internationale Erfolge, so daß er 1966 als erstes deutsches Mitglied in die Author's Guild aufgenommen wird. Von 1967 bis 1989 verlieh die Stadt München die von Kirst gestiftete Ludwig-Thoma-Medaille für Zivilcourage. 1986 erhielt Kirst den Siggi-Sommer-Literaturpreis.

„Denn erst aus den Argumenten gegen Kirst erfährt jeder, was für Kirst spricht: den Sozialisten ohne Romantik, den Menschenfreund ohne Sentimentalität, der als geborener ostpreuße die Schlacht bei Tannenberg jahrelang als Lehrstoff vor der Haustür hatte und nach seiner eigenen Soldatenzeit erst einmal Straßenarbeiter und Gärtner war, bevor er sich in München an den Schreibtisch setzte und schrieb, bis unter anderem ein Haus in Feldafing daraus wurde.“ (Armin Eichholz)

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Gottfried Kölwel

geboren 16. Oktober 1889 in Beratzhausen
gestorben 21. März 1958 in München

Gottfried Kölwel lebte von 1912 bis 1939 als Lehrer in München und hatte dort engen Kontakt zu Literaten wie Thomas Mann, Max Brod, Rainer Maria Rilke, Frank Kafka und Alfred Döblin. Martin Buber vermittelte die Veröffentlichung seines Gedichtbandes „Gesänge gegen den Tod“. In seinen „Münchner Elegien“ beschäftigt er sich mit der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Stadt. Kölwel war Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Nach seinem Tod gab das in München gegründete „Kuratorium zur Pflege des dichterischen Werkes von Gottfried Kölwel“ eine Werkausgabe heraus.

„Diese Gedichte trommelten mir zeilenweise förmlich gegen die Stirn. So rein, so sündenrein in allem waren sie, aus reinem Atem kamen sie; ich hätte alles was ich in München angestellt hatte, an ihnen reinigen wollen. Und vieles davon finde ich jetzt wieder. Denken Sie bitte wieder einmal an mich und schicken mir etwas. Mit besten Grüßen sehr ergeben Kafka“ (Franz Kafka)

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Julius Kreis

Geboren 31. August 1891 in München
Gestorben 31. März 1933 in München

Julius Kreis war Volksschullehrer und arbeitete nach einem Akademiestudium als Graphiker und freier Schriftsteller in München. Seine ersten literarischen Arbeiten wurden in der "Münchner Illustrierten Zeitung" und in den "Fliegenden Blättern" veröffentlicht. Später schrieb er für die "Münchner Zeitung" und die Zeitschrift "Jugend". Seine bekanntesten Werke sind "Der umgestürzte Huber" und das posthum vreöffentlichte "Ringspiel des Alltags".

Die Monacensia besitzt einen Nachlaß von Julius Kreis.

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August Lewald

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Harry Luck

geboren am 11. September 1972 in Remscheid

Harry Luck ist Journalist und Autor mehrerer Kriminalromane, die in München spielen.

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Ludwig I. von Bayern

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Barbara Ludwig

Barbara Ludwig lebt in München und beschreibt in ihrem Kriminalroman „Tatort Oktoberfest – Mörderisches Spiel“ München und die Wiesn als Schauplatz internationaler Kriminalität.

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Josef Maria Lutz

Geboren 05. Mai 1893 in Pfaffenhofen an der Ilm
Gestorben 30. August 1972 in München

Joseph Maria Lutz lebte seit dem Jahr 1921 in München, wo er sich schriftstellerisch mit regionalen Themen beschäftigte, die er in Mundartliteratur und Volksstücke wie „Der Brander Kaspar schaut ins Paradies“ umsetzte.

Er war 1961 der erste Preisträger des Poetentalers der Münchner Turmschreiber und auch deren Gründungsmitglied.

"Er war in erster Linie Münchner und Bayer. Es wäre jedoch falsch in ihm nur eien Mundartdichter zu sehen, obwohl er wie kaum jemand zuvor die Mundart zum Werkzeug echter Dichtung erhob." (Wilhelm Ludwig)

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Erika Mann

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Klaus Mann

Geboren 18. November 1906 in München
Gestorben 22. Mai 1949 in Cannes

Klaus Mann war das zweite Kind und der älteste Sohn von Thomas und Katia Mann. 1922/23 besuchte er die Odenwaldschule des Reformpädagogen Paul Geheeb. 1925 wurde sein erstes Theaterstücks "Anja und Esther" an den Hamburger Kammerspielen aufgeführt, in den Hauptrollen spielten Klaus und Erika Mann, Pamela Wedekind sowie Gustaf Gründgens. Zusammen mit seiner Schwester Erika brach er 1927 zu einer mehrmonatigen Weltreise auf. Der Bericht über die Reise der "Literary Mann Twins" wurde 1929 unter dem Titel "Rundherum" veröffentlicht. 1932 erschienen Klaus Manns erste Autobiographie "Kind dieser Zeit" und der Roman "Treffpunkt im Unendlichen". 1933 emigrierte er nach Paris, Amsterdam, Zürich und Prag, 1938 in die USA, wo er als Reporter, Journalist und Herausgeber der antifaschistischen Zeitschrift "Decision" arbeitete.  Nach dem Kriegsende in Deutschland wurde er Sonderberichterstatter der amerikanischen Armeezeitung "Stars and Stripes".

Die Monacensia besitzt den literarischen Nachlaß Klaus Manns.

„Er war einer der schriftstellerisch begabtesten Menschen, die ich gekannt habe, auch einer der liebenswürdigsten. Humor, in seinen Büchern zu spüren, zeigte er reichlich im Leben.“ (Golo Mann)

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Thomas Mann

Geboren 06. Juni 1875 in Lübeck
Gestorben 12. August 1955 in Kilchberg bei Zürich

Thomas Mann hatte von 1894 bis zur seiner Emigration 1933 seinen Hauptwohnsitz in München, zunächst in verschiedenen Mietwohnungen, seit 1914 in einer eigenen Villa am Hochufer der Isar in der Poschingerstraße. 1905 heiratete er Katia Pringsheim, die aus einer der angesehensten Familien Münchens stammte. Aus der Ehe gingen sechs Kinder hervor: Erika (1905-1969), Klaus (1906-1949), Golo (1909-1994), Monika (1910-1992), Elisabeth (1918-2002) und Michael (1919-1977) Mann. Von 1927 bis 1931 gehörte Thomas Mann dem Theaterzensurbeirat an.
Mann war 1926 Gründungsmitglied der Preußischen Akademie der Künste in der Sektion Dichtkunst, erhielt 1929 den Nobelpreis für Literatur, 1949 den Goethe-Preis der Bundesrepublik Deutschland und der DDR und 1955 den Orden Pour le Mérite für Wissenschaft und Kunst.

„Ach, der Alte. Der war schon gut. Denken Sie an seine Hochstaplergeschichte, den Felix Krull. Die ist doch wunderbar.“ (Hans Magnus Enzensberger)

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Felix Mendelssohn-Bartholdy

Geboren 3. Februar 1809 in Hamburg
Gestorben 4. November 1847 in Leipzig

Felix und seine Schwester Fanny erhielten den ersten Musikuntericht von ihrer Mutter Lea, andere hervoragende Lehrer unterrichteten die Kinder in Komposition, Klavier und  Violine. Ab 1819 begann Mendelssohn selbst zu komponieren und verfasste in nur einem Jahr fast sechzig Werke. Mit seiner berühmten Sommernachtstraum-Ouvertüre trat der 18-jährige 1827 in Stettin als Komponist und Dirigent dann erstmals an die Öffentlichkeit. Zwischen 1829 bis 1832 unternahm er zahlreiche Konzertreisen, im Oktober 1831 auch nach München. Mitte des 19. Jahrhunderts galt Felix Mendelssohn Bartholdy als der bedeutendste Komponist seiner Zeit.  Während der Zeit des Nationalsozialismus waren Mendelssohns Werke verboten. Nach 1945 setzte in Deutschland zögerlich eine Mendelssohn-Renaissance ein.

Er ist der Mozart des 19.Jahrhunderts, der hellste Musiker, der die Widersprüche am klarsten duchschaut und zuerst versöhnt." (Robert Schumann)

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Coletta Möritz

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Erwin Münz

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Andreas Neumeister

Geboren am 16. September 1959 in Starnberg

Andreas Neumeister studierte Ethnologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

Als Vertreter der Popliteratur beschäftigt er sich in collagenhaften Texten mit Phänomenen der Massenkultur wie Medienrezeption und Machtstrukturen. Er erhielt 1996 den Bayerischen Förderpreis für Literatur.

"Neumeister hat einen Prosamonolog eines Musikabhängigen verfasst. Nicht Kettenraucher, sondern Kettenhörer werden hier in München, angefangen von den 70er Jahren bis zur Jahrtausendwende, einem ethnologischen Blick unterzogen. Wobei für den Erzähler doch wiederum beides in den meisten Fällen zusammengehört" (Gustav Mechlenburg)

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Gerhard Polt

Geboren am 7. Mai 1942 in München

Gerhard Polt studierte in München politische Wissenschaften, Geschichte und Kunstgeschichte. Später wandte er sich der Skandinavistik zu und studierte in Schweden skandivanische Sprachen.Anschliessend arbeitete er als Dolmetscher, Übersetzer und Lehrer in München.
1976 trat Polt in der "Münchner Kleinen Freiheit" zum ersten Mal mit dem kabarettistischen Programm "Kleine Nachtrevue“ auf und spielte an den Münchner Kammerspielen.

Mit der befreundeten Biermösl Blosn steht er seit Jahren bei gemeinsamen Tourneen auf der Bühne. Polt produzierte mit Hanns Christian Müller mehrere Theaterstücke und Spielfilme.

Die Stadt München zeichnete Polt 1975 mit dem Kulturförderpreis, 1980 dem Ernst-Hoferichter-Preis aus. 2001 erhielt er für sein literarisches Werk den Jean-Paul-Preis. 2007 wurde er mit dem Großen Karl-Valentin-Preis ausgezeichnet, 2008 mit dem Poetentaler, 2009 dem Ernst-Toller-Preis sowie 2010 mit dem Bayerischen Kabarettpreis. Seit 2003 ist Polt ordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste

"Wenn ein Hamburger Nachrichten-Magazin einen Preußen beauftragt, über einen Bayern und sein Buch zu schreiben, muß es sich um ein Ereignis von überregionaler Größe handeln. In der Tat: Polt ist ein Ereignis." (Loriot)

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Fred Rauch

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Wilhelmine Reichardt

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Franziska Gräfin zu Reventlow

Geboren 18. Mai 1871 in Husum
gestorben 26. Juli 1918 in Muralto im Tessin

Fanny Liane Wilhelmine Sophie Auguste Adrienne Gräfin zu Reventlow besuchte ein privates Lehrerinnenseminar in Lübeck, das sie mit der "Befähigung zur Unterrichtung an höheren und mittleren Mädchenschulen" abschloss. 1893 begann sie ein Malereistudium bei Anton Azbé in München, das ihr Ehemann, der Hamburger Jurist WalterLübke finanzierte.  Von 1895 bis 1909 lebte sie in München und war dort mit Rainer Maria Rilke, Ludwig Klages und Karl Wolfkehl befreundet. 1897 kam ihr Sohn Rolf zur Welt, dessen Vaters Identität sie nie preisgab und den sie als alleinerziehende Mutter erzog. Ihren Lebensunterhalt bestritt sie u.a. als Übersetzerin, Aktmodell und Glasmalerin. 1910 zog sie nach Ascona.

Die Moncensia besitzt den literarischen Nachlaß Reventlows mit über 600 Briefen und ihren Tagebüchern.

„Ihr Zynismus kannte keine Grenzen, doch immer alles mit Grazie. Vom Schreiben wollte sie nichts mehr wissen.[ (...) Ich sprach von ihren Schriften, und daß keine Bücher dieses leichten Kalibers mit ähnlicher Qualität geschrieben worden seien, so blaß, so spöttisch, so geistreich. Aber sie schüttelte den Kopf: es sei zu schwer.“ (Annette Kolb)

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Rainer Maria Rilke

Geboren 4. Dezember 1875 in Prag
Gestorben 29. Dezember 1926  bei Montreux

Rainer Maria Rilke kam 1896 zum Studium nach München, um sein Studium dort fortzusetzen. 1897 folgte er Lou Andreas-Salomé nach Berlin. Zwischen 1903 und 1914 bereiste er München mehrfach und verbrachte auch den größten Teil der Zeit des Ersten Weltkriegs in der Stadt, wo er Freundschaften mit Regina Ullmann, Hans Carossa, Ernst Toller, und Paul Klee pflegte. Seine Symphatie für die russische Oktoberevolution und  seine Nähe zu Kurt Eisner und Ernst Toller führten nach dem Zusammenbruch der  Räterepublik zu Polizeiverhören und Hausdurchsuchungen. 1919 zog er sich in die Schweiz zurück.

„Nie, in keinem Augenblick hat Rilke an seiner hohen dichterischen Sendung und Leistung gezweifelt. Deswegen ließ ihn auch öffentliches Lob oder Kritik so gleichgültig. Es ist  bekannt, daß er nie eine Rezension, nie ein auch noch so bedeutendes Buch über seine Persönlichkeit und sein Schaffen las. (...)
In den damaligen bewegten Jahren beispielsweise kamen in seine Atelierwohnung in der Ainmillerstraße so aktive Revolutionäre wie Toller, wie der Kommunist Kurella mit seinem jungen Kreis, kamen Schriftsteller und bürgerliche Männer, die es aufrichtig mit der Revolution meinten.“
(Oskar Maria Graf)

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Joachim Ringelnatz (Hans Bötticher)

Geboren am 7. August 1883 in Wurzen bei Leipzig
Gestorben am 17. November 1934 in Berlin

Joachim Ringelnatz kam 1906 nach München.  Im Künstlerlokal 'Simpl', avancierte er zum Hausdichter und trat allabendlich mit seinen Texten auf. Gleichzeitig eröffnete er in der Schellingstraße das 'Tabakhaus: Zum Hausdichter'. Im Schaufenster wühlte ein Gerippe zwischen Zigarrenschachteln und auf dem Reklameschild warb der Hausdichter: 'Damen und Herren werden auf Wunsch gegen Bezahlung angedichtet...'Es grüßt der Hausdichter!'  Anfang 1930 zog Ringelnatz aus der 'Hauptstadt der Bewegung' nach Berlin. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten erhielt er Bühnenverbot, seine Bücher kamen auf dem Index. 1933 trat er anlässlich seines 50. Geburtstags zum letzten Mal öffentlich auf.

„Wir kamen zur guten Stunde, denn Ringelnatz, ein kleiner, magerer, krummbeiniger Mann mit grüblerischen Augen, einer gebogenen, nicht zu übersehenden Nase und einem sich ihr entgegenbiegenden Kinn war gerade im Begriff, die Uraufführung eines Gedichtes auf Kathi Kobus zu veranstalten. Zu dem Zweck trug er schweigend und langsam einige Stühle  und errichtete damit vor dem Podium eine Barrikade, um sich vor dem zu erwartenden Zornausbruch seiner Brotgeberin zu schützen“ 

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Alexander Roda Roda

geboren 13.04.1872 in Drnowitz in Mähren
gestorben 20.08.1945  in New York

Alexander Roda Roda veröffentlichte im Jahr 1900 erstmals Texte im Simplicissimus. 1906 und von 1919 bis 1926 bereiste er München mehrfach, wobei er sich oft im Café Stefanie aufhielt. Nach Hitlers Machtergreifung 1933 verließ er Deutschland und lebte dort bis einige Tage vor dem Anschluß Österreichs 1938. Er reiste in die Schweiz aus, mußte diese aber 1940 verlassen. Schließlich emigrierte er nach New York. Ein Teilnachlaß Roda Rodas befindet sich in der Wienbibliothek. (Felix Salten)

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Herbert Rosendorfer

Geboren 19. Februar 1934 in Gries bei Bozen

Herbert Rosendorfer zog 1939 mit seinen Eltern nach München. Er studierte ein Jahr an der Akademie der Bildenden Künste, dann absolvierte er jedoch ein Jurastudium. Nach dem  zweiten Staatsexamen 1963 wurde er Assessor bei der Staatsanwaltschaft Bayreuth, dann war er Staatsanwalt in München und von 1969 bis 1993 Amtsrichter in München. Seit 1990 hat er eine Honorarprofessur für Bayrische Literaturgeschichte inne.

Von der Stadt München wurd Rosendorfre mit dem Förderungspreis Literatur (1971), Tukanpreis (1977), Sigi-Sommer-Literaturpreis (1985), Ernst-Hoferichter-Preis (1991) und dem Münchner Literaturpreis (2005) ausgezeichnet. In die Literatenvereinigung Münchener Turmschreiber wurde er 1979 aufgenommen, deren Poetentaler erhielt er 1992. 1999 wurde ihm der Jean-Paul-Preis verliehen.

„Rosendorfer genügen kleinere Verheerungen wie ein andauerndes Schweigen oder eine ungewollte SPD-Mitgliedschaft im CSU-Staat, um seine humoresken, burlesken und satirischen Erzählmittel recht unterhaltsam Amok laufen zu lassen.“ (Der Tagesspiegel)

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Josef Ruederer

Geboren 15. Oktober 1861 in München
Gestorben 20. Oktober 1915 in München

Nach einem mit der Promotion abgeschlossenen Geschichtsstudium in Berlin betätigte sich Josef Ruederer als Schriftsteller. Er veröffentlichte  im "Simplicissimus" sowie in der Zeitschrift "Die Jugend". 1896 war er Mitbegründer des "Intimen Theaters", 1901 des Kabaretts "Die Elf Scharfrichter".  1908 bis 1912 war er Mitglied des Theaterzensurbeirates. Ein mehrbändiges Romanwerk über die Entwicklung der Stadt München zur Zeit König Ludwig I. konnte er nicht mehr fertigstellen. Posthum wurde der erste Teil 1916 unter dem Titel "Das Erwachen" veröffentlicht.
Der für den privaten Garten Ruederers von Eduard Beyrer geschaffene Brunnen steht seit 1920 als Erinnerung an den Schriftsteller in den Maximiliananlagen in Bogenhausen.

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Maximilian Rott

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Asta Scheib

geboren 27. Juli 1939 in Bergneustadt

Asta Scheib arbeitete als freie Schriftstellerin, Zeitschriftenredakteurin und Drehbuchautorin und verfaßte für die Süddeutsche Zeitung zahlreiche Autorenportraits. Sie wurde 1993 mit dem Ernst-Hoferichter-Preis, 1997 mit dem Bundesverdienstkreuz und 2000 mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet.

Ihre Wahlheimat München ist auch der Schauplatz einiger ihrer Romane und Biographien.

„Asta Scheibs aus emotionalem und rationalem Engagement gewachsene Fabulier- und Erzählkunst macht, was immer sie aufgreift, zum Gegenstand der Reflexion“ (Richard Exner)

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Heinrich Scheiber

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Andrea Maria Schenkel

Geboren 21. März 1962 in Regensburg

Andrea Maria Schenkel wurde 2006 mit dem Bestseller „Tannöd“, der Literarisierung eines historischen Mordfalls bekannt. Ihr zweiter Roman „Kalteis“, der sich ebenfalls an einen realen Fall anlehnt, spielt im München der 1930er Jahre.

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Werner Schlierf

Geboren 17. Mai 1936 in München
Gestorben 1. März 2007 in Kirchheim bei München

Schlierf wurde 1959 der jüngste Augenoptikermeister Bayerns und machte sich 1960 in München-Giesing selbständig. Seit 1980 betätigte er sich als freier Schriftsteller und Journalist und war Chefredakteur der Zeitschrift "Gesagt-Getan" des Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbundes e.V. Sein Roman "Mein Name steht im Sand" wurde 1983 mit dem Bayerischen Romanpreis ausgezeichnet.  Schlierf war Mitglied des Künstlerkreises 'Seerose', des Verbandes deutscher Schriftsteller, der Münchner Turmschreiber und des internationalen PEN-Clubs.

„Als Chronist 'einer schadhaften Zeit'- so der Untertitel seines Erzähl-Bandes 'Kiesgruben-Krattler'- war er immer ein Volksschriftsteller. Unglaublich kreativ nicht nur als Verfasser von Prosatexten, sondern auch als Stückeschreiber. Der am 17. Mai 1936 geborene Schlierf, der sich 1960 als Augenoptikermeister in Giesing selbstständig machte, führte 20 Jahre lang ein Doppelleben: tagsüber das Geschäft, nachts das Schreiben.Als in München die freie Szene ihre beste Zeit hatte, also um 1970 herum, wurde Schlierf ein Teil von ihr.“ (Sabine Dultz)

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Herbert Schneider

Geboren 8. Oktober 1922 in München

Herbert Schneider arbeitet als Journalist und Schriftsteller über bayerische Alltagsthemen. 1962 verlieh ihm die Stadt München den Förderpreis für Literatur, 1969 erhielt er den Poetentaler der Münchner Turmschreiber, deren Mitglied er ist. 1970 wurde er von der Stadt München mit der Ludwig-Thoma-Medaille und 1990 mit dem Sigi-Sommer-Literaturpreis ausgezeichnet.

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Siegfried Sommer

Geboren 23. August 1914 in München
Gestorben 25. Januar 1996 in München

Siegfried Sommer veröffentlichte 1932 in der Zeitschrift 'Die Jugend' seine erste Erzählung. Bis 1939 war er freier Mitarbeiter des Münchner Abendblattes, nach dem Zweiten Weltkrieg war er für die Süddeutsche Zeitung tätig. 1949 erschien erstmals seine Lokalkolumne 'Blasius, der Spaziergänger' mit Illustrationen der Karkaturisten Ernst Hürlimann in der Münchner Abendzeitung. Diese Kolumne war so erfolgreich, dass sie bis zum 2. Januar 1987 fast vierzig Jahre existierte und ca. 3500 Artikel umfaßte. Sein erster Roman 'Und keiner weint mir nach' erschien 1954, der zweite 'Meine 99 Bräute' wurde zweimal verfilmt. Sommer erhielt 1975 den Karl-Valentin-Orden und 1989 die Goldene Ehrenmünze der Stadt München.
Seit dem 28. Juli 1998 erinnert eine lebengroße Bronzestatue am Roseneck in der Münchner Fußgängerzone an den bekannten Spaziergänger und im Stadtbezirk Sendling ist seit 2009 ein Platz nach ihm benannt. Der Sigi-Sommer-Taler-Kunstpreis wird seit 2001 jährlich von der Münchner Narrhalla verliehen.

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Sobo Swobodnik

Geboren 1966

Sobo Swobodnik schreibt Kriminalromane, Kinderbücher, Theaterstücke und Drehbücher. Er war  1995 Literaturstipendiat der Stadt München in der Sparte Kinder-/Jugendbuch und bekam 1999 den Schlachthof Pfefferbeißer-Literaturpreis. Sein Roman „Oktoberfest“ verfolgt kriminelle Umtriebe auf der Wiesn. Die Biographie „Fallers Held“ beschäftigt sich mit dem Leben Georg Elsers.

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Ludwig Thoma

Geboren 21. Januar 1867 in Oberammergau
Gestorben 26. August 1921 in Rottach am Tegernsee

Ludwig Thoma  begann 1886 ein Landwirtschaftsstudium in Aschaffenburg, um wie sein Vater Förster zu werden, wechselte nach einem Jahr jedoch zu den Rechtswissenschaften nach München und Erlangen. 1888 wurde er Mitglied der Studentenverbindung Corps Suevia München. 1897 publizierte unter dem Pseudonym Peter Schlemihl in München erste Texte. 1899 gab er seine Kanzlei auf und wurde fester Mitarbeiter, später schließlich Chefredakteur des Simplicissimus. 1906 wurde Thoma zusammen mit Hermann Hesse Herausgeber der Zeitschrift März. Ein Gedicht im Simplicissimus brachte ihm wegen Beleidigung einiger Mitglieder des Sittlichkeitsvereines sechs Wochen Haft in Stadelheim ein. 1908 bezog er sein Haus am Tegernsee, wo seine Wohnräume im Erdgeschoß und das Studierzimmer mit Bibliothek im 2. Obergeschoß bis heute im hinterlassenen Zustand erhalten sind und als Thoma-Museum dienen.

Eine Büste Thomas befindet sich in der Münchner Ruhmeshalle. Bis 1990 verlieh die Stadt München die Ludwig-Thoma-Medaille für Zivilcourage in der Öffentlichkeit, stellte die Verleihung jedoch nach dem Bekanntwerden antisemitischer Polemiken Thomas ein.

„Ich glaube, er gehört zu den ersten Autoren, die den Bauern eine Individualität geben. Wo die Bauern nicht nur Dekor und romantische Figuren sind, wo sie ein eigenes Schicksal haben und sich mit der herrschenden Moral und Zeit auseinander setzen müssen. Er ist auch ein großer Chronist." (Gerhard Polt)

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Karl Valentin

Geboren 4. Juni 1882 in München
Gestorben 9. Februar 1948 in Planegg bei München

Karl Valentin wuchs als Valentin Ludwig Fey in der Münchner Vorstadt Au auf. 1911 lernte er Elisabeth Wellano, Bühnenname Liesl Karstadt, kennen und das Komikerpaar machte rasch eine steile Karriere. Valentin betrieb eigene Theaterbühnen, darüber hinaus beschäftigte er sich auch intensiv mit den neuesten technischen Möglichkeiten des Films, des Funks, der Fotografie und der Schallplatte. Bis 1942 konnten Valentin und Karlstadt auftreten, nach dem Krieg blieb der Erfolg jedoch aus.

Das Andenken an Karl Valentin wird in München durch den Karl-Valentin-Brunnen am Viktualienmarkt und das Valentin-Karlstadt-Musäum im Isartor gepflegt.

„Dieser Mensch ist ein durchaus komplizierter, blutiger Witz. Er ist von einer ganz trockenen, innerlichen Komik, bei der man rauchen und trinken kann und unaufhörlich von einem innerlichen Gelächter geschüttelt wird, das nichts besonders Gutartiges hat.“ (Bertolt Brecht)

„Alle lachen. Manche schreien. Woraus besteht er? Aus drei Dingen: aus Körperspaß, aus geistigem Spaß und aus glanzvoller Geistlosigkeit. Der Komiker Valentin ist ein bayerischer  Nestroy.“ (Alfred Kerr)

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Gerhard Winkler

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Thomas Wolfe

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